Ethik

Ethische Gründe für Veganismus

Ethik bezeichnet die Menge von sozialen Verhaltensmustern, welche wir in uns tragen oder per Gesetz auferlegt bekommen. Dabei regelt Ethik weit mehr, als das menschliche Miteinander. Für viele Veganer ist Ethik im Hintergrund moralischer Empfindung die Triebfeder für ihre Ernährung. Welcher Anteil der Veganer sieht sich ethisch beflügelt? Welche Gründe werden konkret genannt und welchen Stellenwert hat Veganismus in der Philosophie? Warum vegan leben?

Vegan aus ethischen Gründen

Die Angaben dazu, wie viel Prozent der Veganer sich aus ethischen Gründen für die pflanzliche Ernährung entschieden haben, unterscheiden sich je nach Studie. Während in einer Untersuchung von Brooks/Kremm im Jahr 1979 etwa 83% der Veganer ethische Gründe nannten, sind es in aktuellen Erhebungen, z. B. des Bundesverbands der Tierversuchsgegner etwa 40% der Befragten. So weit die Zahlen auch auseinander liegen, ethische Gründe dafür, vegan zu leben, sind bei den meisten Studien in der Mehrzahl. Doch warum empfinden viele Menschen ethische und moralische Bedenken?

Vegan aus Moral: Speziesismus, Kükenschreddern und Muttergefühle

Die industrielle Verwendung der Tiere als Ware ist für viele bereits genug, um sich für einen Lebenswandel zu entscheiden. Wirft man einen Blick auf die einzelnen Segmente der industriellen Tierhaltung, stockt der Atem.

Männliche Küken, deren Mütter nur etwa den Platz eines A4 Blattes zum Leben haben, werden nach wenigen Tagen geschreddert. Schweine leben eng an eng gepfercht in Käfigen, stehen in ihren eigenen Fäkalien. Kurz nach der Geburt werden männliche Tiere kastriert und das typische Ringelschwänzchen abgeschnitten. Der Höhepunkt dieser Perversion: Der Vorgang erfolgt ohne Betäubung. Kühe, die wohl sozialsten Lebewesen unter den sogenannten Nutztieren, weinen oft über mehrere Tage, nachdem ihre Jungen von Ihnen getrennt wurden, eine Praxis, die in der Milchindustrie üblich ist.

Der Speziesismus ist für viele Veganer maßgebend: Warum sollte man Unterscheide zwischen den Lebewesen auf der Erde machen, die einen mit Samthandschuhen behandeln und in den eigenen vier Wänden aufnehmen, während die anderen unter Qualen zum Steak herangezüchtet werden? Gibt es wissenschaftliche Herangehensweisen zur vegan ethischen Überzeugung?

Philosophen und Tierrechte

Tierrechte haben in der Philosophie, der Wissenschaft, welche Ethik untersucht und begründet, eine Tradition. Bereits Pythagoras verurteilte 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung, dass Tiere abgeschlachtet werden. Seine Jünger, die Pythagoräer, ernährten sich ausschließlich vegetarisch. In Deutschland zählt Arthur Schopenhauer als Begründer einer Ethik, welche Tiere als fühlende Lebewesen darstellt. In seinem Werk "Die Welt als Wille und Vorstellung" (1819) arbeitet er die Grundzüge de Mitleidsethik heraus, welche von modernen Tierrechtlern weiterentwickelt wurde. Es geht, so Schopenhauer, im Zusammenleben der Wesen auf der Erde darum, was wir empfinden und dass das Positive gesucht, das Negative, also Schmerz und Leid, vermieden werden soll.

Als moderne Denker sind der Österreichische Tierrechtsaktivist Martin Balluch, der Amerikaner Tom Regan und der australische Philosoph Peter Singer maßgebend. Singer gilt dabei als einflussreichster internationaler Menschen- und Tierrechtler, der in seinem Hauptwerk "Praktische Ethik" auch die menschliche Existenz und Abtreibungsrechte neu darstellt.

Weitere Einblicke in historisch ethische Standpunkte rund um die vegane Lebensweise und Tierrechte gibt es hier: http://vegetarisch-leben.de/vegetarismus-zitate.html