Umweltschutz

Die Herstellung tierischer Produkte greift stark in die Umwelt ein

Mittlerweile leben bis zu 1,2 Millionen Menschen in Deutschland vegan. Die bewusste Entscheidung zum Verzicht auf tierische Produkte begründen viele Veganer mit dem Umweltschutz. Auch für das Umweltbundesamt ist ersichtlich, dass immer mehr Wasser und Ackerfläche zur Herstellung von Milch, Eiern oder Fleisch erforderlich ist. Mit fatalen Folgen für das Klima und die Umwelt! Wir möchten Dich nun darüber informieren, wie vegan lebende Menschen zum Umweltschutz beitragen.

Der Wasserverbrauch

Wusstest Du, dass 17.871 Liter Wasser zur Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch benötigt werden? Oder der Verzehr von 5 Rindersteaks im Vergleich zum Wasserverbrauch von 110 Badewannenfüllungen steht? Noch verfügen die meisten Regionen Deutschlands über ausreichend Wasser. Doch in Bundesländern mit intensiver Tierhaltung ist bereits jetzt ersichtlich, dass das Grundwasser die zulässigen Nitratwerte überschreitet. Wie Untersuchungen zum Umweltschutz zeigen, bringen viele Bauern zu häufig Gülle auf ihre Äcker auf, was zu Auswaschungen in die örtlichen Wasservorkommen führt. Zu dem werden zunehmend landwirtschaftliche Produkte aus dem Ausland bezogen. Oft handelt es sich dabei um die Erzeugung in Ländern, die mit einer Wasserknappheit kämpfen.

Die Treibhausgase

Wer vegan lebt, vermeidet Treibhausgase wie Methan und Lachgas. Da sie besonders klimaschädlich sind, kann eine Reduzierung tierischer Produkte erheblich zum Umweltschutz beitragen. Methan entsteht ausschließlich in der Tierhaltung durch Verdauungsvorgänge von Wiederkäuern wie Schaf und Rind. Bei der Lagerung von Mist oder dem Aufbringen von Gülle bildet sich weiteres Methan. Noch klimaschädlicher ist die Entstehung von Lachgas durch den Anbau von Futtermitteln und deren Düngung mit Stickstoff. 2012 wurden in Deutschland 54,6 Mio Tonnen Treibhausgase gemessen. Durch den Verbrauch von Fleisch- und Wurstwaren, sowie Milch und Milchprodukten entstanden 38,9 Mio Tonnen.

Die Futtermittel

In Deutschland wurden immer mehr Weiden und Wiesen in Ackerfläche zum Anbau von Futtermitteln umgewandelt. Noch rasanter verläuft die Entstehung landschaftlicher Flächen im Ausland durch die Abholzung des Regenwaldes. Neben den weitreichenden Folgen durch Monokulturen für die Natur hat die Rodung auch soziale Auswirkungen wie Hunger oder Landflucht. Zu dem verlieren immer mehr Tiere und Pflanzen ihren bisherigen Lebensraum, was die Artenvielfalt vermindert. Wer sich vegan ernährt, vermeidet einen steigenden Bedarf an Soja und Getreide zur Viehfütterung, sowie die ökologischen Folgen einer Austrocknung und Wüstenbildung.

Ein Umdenken ist erforderlich

Vier von fünf Befragten in Deutschland essen mehrmals in der Woche Fleisch. Das Umweltbundesamt empfiehlt inzwischen eine Reduzierung von tierischen Erzeugnissen. Deshalb hat die Behörde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer vorgeschlagen, die klima- und umweltschädliche Produkte betreffen sollte. Im Vergleich zur gesamtdeutschen Bevölkerung produziert die Massentierhaltung von Schweinen doppelt so viele Exkremente. Werden diese auf den Äckern "entsorgt", zerstören sie wertvolle Mikroorganismen in der Erde und vermindern die Bodenfruchtbarkeit.

Vegan zu leben, leistet somit einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz. Ökonomische und ökologische Probleme könnten mit einer Ernährungsumstellung weltweit schnell gelöst werden. Sich vegan zu ernähren, ist deshalb eine Lebensform mit einem vielversprechenden Potential für die Zukunft.